#body positivity und #fat acceptance -warum uns „Hässlichkeit“ so triggert

Wer auf social media Plattformen aktiv ist, wurde heute bestimmt mindestens einmal  durch „unästhetische“ Körperbilder in seinem mühevoll durch Sozialisation geformten Weltbild gestört. Adipöse Frauen mit Ganzkörper Tätowierungen auf Hochglanz Magazinen, Berichterstattungen über transgender Models oder der „oversize“ Trend auf Zalando und Co. – das ist ganz klar nicht normal und auch nicht schön und das allerwichtigste : ES IST UNGESUND !! 111ELF11!!!!

Aber stimmt das so ?

Wieso gehen so viele Menschen auf die Barrikaden, wenn sie fette Menschen in den mainstream Medien sehen, die ihre geliebten Magazine zieren oder ihre Lieblingsklamotten entweihen? Die meisten #bodypositivity Gegner sehen darin einen Affront gegen die Fitness und lifestyle Industrie, die sich doch seit so vielen Jahren die größte Mühe gibt uns endlich klarzumachen, wie ein gesundes Leben und vor allem ein gesunder Körper auszusehen hat. 

Die Argumentation der Hobby-Gesundheitsökonomen ist fadenscheinig. Warum?

1. Schönheit = Gesundheit ?

Also nach den Fetten-Hassern zu urteilen ist Übergewicht immer ungesund, mündet zu 100% in späteren Herz-Kreislauferkrankungen und ist ergo NICHT SCHÖN. Weeeiiilll nämlich Evolution und blabla und Steinzeitmensch wird nur geil wenn er dünne gesunde Frauenkörper sieht in die er seinen Lörres reinstecken kann um seine Nachkommenschaft zu sichern. Gähn. Die Steinzeittheorie ist in diesem Fall genauso geistreich als Argumentationsgrundlage wie bei der Vegan/Fleisch Debatte. Wir dürfen also dicke/hässliche/behinderte/transgender etc. Menschen nicht schön finden, weil das unsere Arterhaltung gefährdet. Gott wie dumm. Es wurde übrigens in einer der umfangreichsten Studien des US-National Center for Health Statistics (CDC) in Hyattsville, Maryland herausgefunden, dass Übergewichtige eine niedrigere Sterblichkeit haben als Normalgewichtige, auch bekannt als Adipositas Paradoxon.

2. Übergewichtige belasten den Steuerzahler

Wisst ihr was dem Gesundheitswesen noch schadet ? Depressionen. Und zwar um ein Vielfaches mehr, also ein ermüdendes Argument.

3. Repräsentiert gehört nur die Wirklichkeit

Natürlich liken wir auf instagram Bilder von wahnsinnig „schönen“ Fitnessmodels vor obligatorischen Palmenstränden so gerne, weil …. ja warum eigentlich ? Weil es ästhetisch ist und weil die meisten Menschen so aussehen ? Also statistisch gesehen hat über die Hälfte der deutschen Bevölkerung einen BMI ab 25 aufwärts. Übergewicht als solches betrifft also keine Minderheit, wie viele #bodypositivity Gegner gerne behaupten. Vielmehr spiegelt es unsere Realität wider, aber die will keiner sehen, weil wir im Internet lieber Illusionen liken und mit hanebüchenen Ausreden untermauern wie „Wir machen uns doch nur Sorgen um die ganzen fetten Leute, die unsere Idee von Ästhetik zerstören, weil sie ihre Gesundheit aufs Spiel setzen“. Riecht nach Heuchelei.

4. Andersartigkeit = hässlich

Die elementare Frage in der Debatte ist doch: was ist denn eigentlich schön ? Wenn wir endlich eine absolute Definition von Schönheit hätten, dann müssten wir uns alle nicht mehr streiten. Die Mehrheit ist sich sicher, dass beispielsweise übergewichtige Menschen, alte Menschen, deformierte Menschen,  demnach Menschen die dem idealtypischen Schönheitsbild nicht entsprechen, hässlich sind. Warum genau, will sich keiner fragen – das ist einfach so. 

5. Wenn wir Fette ( oder Andersartige) in Medien glorifizieren, wird bald jeder fett

Genau. Und nach Neil Patrick Harris’ outing, oder der medialen Präsentation des CSD und der gleichgeschlechtlichen Ehe werden alle homo, genau wie alle vegan werden die von der Propaganda militanter Veganer penetriert werden, oder alle Muslime werden wegen der Islamisierung des Abendlandes und…… Echt jetzt ?

Womöglich steckt hier einfach nur wieder die gute alte Angst dahinter. Angst vor Veränderung, Angst vor allem, was nicht in unsere kognitiven Schemata passt. Man stelle sich nur vor, was für eine schreckliche Welt das wäre, wenn plötzlich nicht mehr Heidi Klum sondern Cindy aus Marzahn die Intouch ganz selbstverständlich zieren würde, und nicht etwa als grotesker Aprilscherz einer Redaktion. So ein Paralleluniversum, in dem Menschen mit nur einem Bein und vier Augen plötzlich DIE meist gelikten Bilder hätten. Wo kämen wir da hin, 111elf!!!!.

Wieso verwechseln so viele die #bodypositivity Bewegung mit der Glorifizierung des Fett-Seins, wieso versteht niemand, dass unser Bild von Schönheit ein Produkt jahrzehntelanger Sozialisation ist und genauso gut ein völlig anderes Schönheitsideal existieren könnte ?

Und am wichtigsten: wieso triggert das so viele Menschen ? 

Vielleicht, weil sich die ganzen Fitness Fanatiker dann in den Hintern beißen würden, ob der lebenslangen Selbstkasteiung durch Matcha-Smoothies und exzessiven Sport. Das wär ja nicht fair, wenn sich die Einen tagein tagaus den Arsch aufreißen um geil auszusehen und andere die Frechheit besitzen, zu essen was sie wollen und sich nicht über ihren Körper zu definieren. Da steckt schon ne tiefe Weisheit drin, weil die Repräsentation von Andersartigen wie Fetten, transgendern, Homosexuellen etc. in den mainstream Medien über einen längeren Zeitraum womöglich diejenigen unterbewusst beeinflussen würde, die genau davor Angst haben – sich nich mehr über ihr äußeres Erscheinungsbild definieren zu können. Deshalb triggern Fette auch so – die mit ihrer ekelhaften Selbstliebe. Weil sie ein Spiegel sind, ein Spiegel der tiefen, inneren Ängste einer kollektiv narzisstischen Gesellschaft, die den Bezug zu sich selbst verloren hat. Wenn Fette, Deformierte, Alte oder Andersartige plötzlich schön sind und sich sogar selbst lieben können, was hat da das äußere Erscheinungsbild noch für einen Stellenwert ? Gar keinen. Und das würde zum industriellen Tod der Medienbranche und der Schönheitsindustrie, ja sogar aller social media Plattformen führen. Also unseren Lebenssinn zerstören. Deshalb haten wir halt weiter, halten an unseren konservativen Idealen fest, kasteien uns weiterhin selber, weil wir Angst haben uns die Einzig wichtige Lebensfrage zu stellen: Was bin ich eigentlich wirklich?

Werde ich zum Spießer?

In den letzten Jahren habe ich bemerkt, dass ich mich für immer mehr Sachen immer weniger interessiere. Wenn ich es früher kaum erwarten konnte, das Wochenende mit Freunden in den besten Clubs Münchens (lach) einzuleiten, so viel wie möglich zu tanzen und zu flirten, graust es mir mittlerweile bei dem Gedanken, meine Jogginghose gegen viel zu enge H&M Klamotten einzutauschen. Stattdessen schlendere ich Freitag Abend mit meinem Hund durch die Straßen, beobachte das Leben in den kleinen Familienhäusern mit Gärten und denke daran wie schön es wäre, auch einen Jamie Oliver Grill zu besitzen, sich mit Nachbarn zum Essen zu verabreden, sich über die nervigen Bälger zu unterhalten und ein bisschen zu viel Aperol Spritz zu schlürfen. 

Werde ich tatsächlich zum Spießer?

Die meisten meiner Freunde sehen das so. Viele Diskussionen über meine Persönlichkeitsänderung münden in klassischen Vorwürfen und pseudo-philosophischen Ratschlägen wie „Du bist jung, genieß dein Leben, lebe es!“. Oder auch mal ganz pragmatisch wie : „Du musst einfach mal wieder richtig saufen!“.

Mein Leben leben…. was heißt das denn?

Darüber habe ich nun nachgedacht und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich ja eigentlich tot sein müsste, wenn ich mein Leben nicht leben würde. Raffiniert, ich weiß.

Unsere Gesellschaft hat genaue Vorstellungen davon, in welchem Lebensabschnitt man was  genau wie tun müsste. Mit 16 musste man am Wochenende feiern gehen, optional ein paar Pillen schmeißen und so viele Münder küssen, dass man nicht als Außenseiter galt. Zwei Jahre später sollte man dann aber erwachsen sein und genau dasselbe wie mit 16 machen, nur mit cooleren, alternativeren Menschen in neuen Szeneclubs. Weg von der Dorfkneipe in die Studentenbars. Am besten suchte man sich Bars in Australien oder Südamerika, damit man in der Dorfkneipe den Heimscheißern was vom Leben erzählen konnte.

Gewissenhaft wie ich bin, habe ich diese wichtigen Entwicklungsprozesse natürlich durchlebt. Mit 20 wurde mir aber irgendwie bewusst, dass sich eigentlich gar nichts geändert hatte. Ich war rastlos, auf der Suche nach dem, was man in meinem Alter tun und erlebt haben sollte, um…. ja um was eigentlich?

Auf der Suche bin ich heute immer noch. Nur dass ich es nicht dort finden würde, wo ich gesucht hatte. Nicht in den Clubs, auf den Studentenparties, auf den x-ten Hausparties der Menschen, die ich schon mein Leben lang kannte. Nicht in den unzähligen Auslandsaufenthalten, auch wenn ich diese erkenntnisreiche Erfahrung nicht missen möchte. Ich stand eines Abends inmitten einer ekstatischen Menschenmenge auf einem Festival und erlebte plötzlich ein unbändiges Gefühl der Traurigkeit, des Abgeschnitten-Seins, der existenziellen Einsamkeit. Ich fragte mich: „Was spielen wir hier eigentlich alle für ein Spiel?“ Warum fühlte ich mich trotz meiner Anpassung an die Gepflogenheiten meiner Artgenossen nicht als Teil des Ganzen, verbunden mit der Welt und meinen Mitmenschen?

Also kam ich zu dem Entschluss, dass es wohl an den Anderen liegen müsste. Ich war einfach nur von den falschen Menschen umgeben, von Menschen, die sich eben keine bescheuerten Gedanken übers „Ankommen“ oder „Verbunden-Sein“ machten. So ging ich auf die Suche nach Gleichgesinnten, nach jungen Philosophen und Spirituellen, die die Welt und den Kosmos verstehen wollten, auch auf der Suche waren.

Die fand ich dann auch. In Meditationsgruppen, in veganen Wohngemeinschaften und politischen Gruppen. Fasziniert war ich von vielen schillernden Persönlichkeiten, die eine überwältigende Lebensenergie ausstrahlten, die zu „wissen“ schienen, die angekommen waren. Endlich kein Gequatsche mehr über Saufen, Parties und Kiffen. Doch irgendwann merkte ich, dass auch diese Menschen nicht mehr wussten, als die Festival Leute. Dass hinter der überladenden Lebensenergie auch eine Rastlosigkeit steckte, dass die sich eigentlich auch ganz tief drinnen am Wochenende gerne abschießen würden, um das Leben zu ertragen- aber eben vegan. Oder aber voller Wut und Hass über Demos spazierten, um sich verbunden zu fühlen mit Menschen, die ihre moralischen und intellektuellen Ansichten teilten. 

Was wollte ich eigentlich? 

Ich weiß es nicht. Ich wusste nur, ich würde es bei anderen Menschen womöglich nicht finden. Und plötzlich war ich allein. Allein mit meiner eigenen Rastlosigkeit, meiner Suche nach etwas, das ich nicht benennen konnte. Es blieb mir nichts anderes übrig, als mich wahrhaftig mit mir selbst zu beschäftigen. Ich sah ich das Päckchen, das mir das Leben mitgegeben hatte und das jeder von uns gerne loswerden würde. Ich sah die Sehnsucht nach Verbundenheit mit der Welt, meinen Mitmenschen und spürte den Schmerz der Unverbundenheit, spürte, wie wir alle im Grunde genommen allein waren, gemeinsam auf Parties oder Demos gingen, aber nicht wirklich gemeinsam da waren – sondern jeder für sich, mit seinen eigenen inneren Motivatoren, Sehnsüchten und Schmerzen. Ich wusste, dass das was ich suchte, nicht da draußen zu finden war und der einzige Ort, an dem ich es finden konnte, ich Selbst war. So wie wir alle alleine auf diese Welt kommen, so würde auch unsere Reise in ihrer Wahrhaftigkeit alleine stattfinden. 

Ich betrachtete meinen Hund und bewunderte sehnsüchtig, mit welcher Selbstverständlichkeit er mit der Welt verbunden war. Er musste nicht darüber nachdenken, ob er die richtigen Menschen um sich hatte, ob er vielleicht mal auf eine Demo gehen sollte, weil unser System so korrupt und unfair war. Er musste nicht darüber philosophieren, ob der Konsum von Fleisch unserer Ökobilanz schadet und er lieber auf Tofu umsteigen sollte. Mein Hund war einfach „da“. Sein Intellekt befahl ihm nicht, den Schmerz, wenn ich ihn mal alleine zu Hause ließ, als etwas Schlimmes zu betrachten. Er sagte ihm nicht „Du bist jetzt alleine, andere Hunde sind nie alleine, du musst dich jetzt elendig fühlen“. Der Schmerz war einfach da, ohne dass er interpretiert oder hinterfragt werden musste. 

Und wenn ich wieder nach Hause kam, wurde der Hund nicht chronisch depressiv, weil er schon wieder Angst hatte vor dem nächsten „Allein-Sein“, oder weil er sich im Vergleich zu anderen Hunden als einsam erlebte. Er war einfach glücklich mich zu sehen, und in diesem Moment konnte gar kein Schmerz da sein, weil er einfach im Hier und  Jetzt lebt, nicht über die Zukunft nachdenkt, sein Verhalten nicht hinterfragt.

Die Bibel erzählt die Geschichte von Adam und Eva, wie sie im Einklang mit der Natur, mit ihrem Körper, mit Gott und miteinander lebten, bevor sie vom „Baum der Erkenntnis“ aßen. Sie waren wie die Spirituellen sagen, reines Bewusstsein, bevor der Intellekt, das Denken sie von diesem vollkommenen Zustand trennte. Plötzlich empfanden sie Scham über ihren eigenen Körper und wurden aus dem Paradies verbannt. 

Ich habe mit dem Christentum nichts am Hut, aber die Bibel bietet schon ein paar interessante Metaphern für unser Leben. Vielleicht geht es uns allen wie Adam und Eva: vielleicht hindert uns „die Erkenntnis“ daran, wirklich glücklich zu sein. Verbunden zu sein mit allem und sich selbst wahrzunehmen. Und genau das will ich. Deshalb gehe ich nicht am Wochenende saufen, um mir vorzugaukeln, ich sei mit anderen Menschen verbunden. Solange ich nicht mit mir selbst verbunden bin, wird das einfach nicht passieren. 

Erstaunlicherweise sind seit diesem Zeitpunkt andere Menschen in mein Leben getreten. Auch wenn ich weiß, dass ich meine innere Reise alleine unternehmen muss, so tut es trotzdem gut und hilft bei der Selbstannahme, beim „Ankommen“. Zu sehen, dass es auch Menschen gibt, die einfach mit sich selbst sein können, friedvoll und zufrieden sind, nicht davonlaufen vor ihren inneren Zuständen und einfach „leben“ können, ohne dafür etwas „tun zu müssen“.

Und wenn mich am Wochenende mal doch wieder Zweifel plagen, ob ich überhaupt lebe, wenn ich nicht mit feiern gehe oder durch die Straßen renne, mich in ein Flugzeug nach Kuala Lumpur setze um was von der Welt zu sehen- dann betrachte ich einfach meinen Hund, wie er sich stundenlang in der Wiese wälzt, wie er sich nicht fragt, warum er das jetzt alleine machen muss oder sich Sorgen darüber macht, wie er die nächste Hundefutterdose bezahlen soll- sondern einfach „Ist“, wahrhaftig da ist, mit sich allein. Im Reinen.

Scheiss Tage

Wenn die Kassiererin überheblich grinst, weil deine Karte abgelehnt wurde.

Wenn dein arroganter Professor dich wissen lässt, dass du dein Abitur nicht verdient hast.

Wenn lebensmüde Grattler dich im Stau rechts überholen, nur um links wieder einzuscheren.

Wenn die überschminkte Arzthelferin an der Rezeption laut nachfragt, ob du die Überweisung zum Proktologen wegen der Hämorrhoiden-OP gleich mitnehmen willst.

Wenn die Oma in der Schlange um 18 Uhr ihren Rentnereinkauf im Schneckentempo auf das Fahrband legt und dich dabei keck anschmunzelt.

Wenn du eine Stunde früher losfährst und keinen Parkplatz findest, aber am nächsten Tag zur selben Zeit eine Stunde zu früh in der Arbeit bist.

Wenn du dir beim Aussteigen den Finger in der Autotür einklemmst.

Wenn deine Mitbewohner genau einen Fetzen Klopapier hängen lassen, um die Rolle nicht zu wechseln.

Wenn dich ein fetter Alkoholiker im Park mit sabbernden Mundwinkeln angafft.

Wenn du die Kacke deines Hundes aufsammelst und auf dem Weg zum Mülleimer in Hundescheisse trittst.

 

Apropos Arzttermine: ich habe mir mal über das Phänomen Arzthelferin ein paar Gedanken gemacht und eine prototypische Stellenausschreibung für Artpraxen entworfen, damit die Einstellung dieser äußerst kompetenten Fachkräfte in Zukunft noch effizienter ablaufen kann.

 

Suchen Azubi zur Arzthelferin

Ihr Profil :

Allgemeines Besserwisser Syndrom.

Gesunder Narzissmus.

Subtile Überheblichkeit Jedem und Allem gegenüber.

Genervter und herrischer Unterton im direkten Patientenkontakt.

Gespielte Überforderung und Ungeduld bei jedem Telefonat.

Tendenziell weniger emphatisch als Normalbürger, wir sind ja hier nicht bei der Caritas.

 

Ihr Erscheinungsbild :

French Nails mit Acryl, Gel entspricht nicht unseren Vorstellungen.

Dünn gezupfte Augenbrauen, entweder vorne zu dick bemalt oder gar nicht.

Nasenpiercing im kecken Girlie-look, Strassteine oder Seepferdchen erwünscht.

Wenn Sie unsere Anforderungen erfüllen, melden Sie sich doch bitte telefonisch bei uns!

 

 

Ja, heute mal mehr Misanthrop als Philanthrop.

Und plötzlich ist man kein Kind mehr

Dieses blöde Ostern. Eigentlich hatte ich es schon geahnt, mit Weihnachten verhielt es sich doch genauso. Wie kann man denn immer noch so naiv sein zu glauben, dass es vielleicht… ganz vielleicht dieses Mal genauso wird wie früher. Wieso sollte man sonst den weiten Weg in die Heimat auf sich nehmen (ja sehr weit), wenn nicht um der Nostalgie willen. Ein bisschen Kindheitsluft schnuppern. Gott, das fängt schon wehleidiger an, als beabsichtigt . Aber ist es nicht normal, dass es „WEH“ tut ?

Mir tut es weh – es schmerzt. Die Kindheit ist vorbei. Endgültig und unwiderruflich. Keine Aufregung mehr beim Dekorieren des Christbaums, wenn es denn überhaupt einen gibt. Keine unschuldige Vorfreude auf bereits zuvor erkundete Osternestverstecke. Dafür mehr Streitereien, weniger Kompromisse und Unzufriedenheit, weil man sich geändert hat. Weil die Eltern meistens genau dieselben sind, aber man selbst in der Identitätskrise steckt, einen jede klitzekleine Verhaltensauffälligkeit stört, man sich fremd „zu Hause“ fühlt.

Zu Hause. Wo ist das denn jetzt eigentlich ? Bestimmt wissen das die meisten ganz genau. Na da wo Freunde und Familie sind. Doch was, wenn die Freunde von damals zu Fremden werden, die Familie ganz anders ist, als man als Kind gedacht hat ?

Desillusionierung. Erwachsen werden, ist nichts anderes, als vollkommene, schmerzhafte und stete Desillusionierung. Weihnachten ist nicht das Fest der Liebe, das ist eine Orgie für kapitalistische, konsumgeile Fleischfresser.

Hat mir mal jemand auf einer Demo erzählt.

Und wieso wünschen wir uns zu Ostern nicht eigentlich mal ein „frohes Pessachfest“ oder gedenken der Himmelfahrt Mohammeds ?

Hat mich mal ein Studienkommilitone gefragt. Alles Heuchler seien wir.

Familie. Für mich waren das alles Helden. Wenn etwas schief ging, wusste ich, dass meine Mutter es schon wieder richten würde. Was konnte einem als Kind denn schon schlimmes passieren, außer dass vielleicht die Grundschullehrerin zu Hause anruft, weil man die Unterschrift der Eltern seit einem Schuljahr gefälscht hatte?. Aber deswegen ist man ja noch lange nicht gestorben.

Sterben. Das Leben geht ja gar nicht ewig, hat man irgendwann herausgefunden. Und noch viel schlimmer : die Eltern leben auch nicht ewig. Wie schmerzhaft ist es doch wahrzunehmen, wie die eigenen Helden langsam grau werden, ihre Kräfte nachlassen und man selbst in manchen Augenblicken plötzlich merkt, dass man jetzt alleine klarkommen muss, sich irgendwann um sie kümmern muss, wie sie es im Idealfall für einen selbst getan haben. Dass es kein „für immer gibt“, dass alles endlich ist.

Fehler. Als Kind wusste ich, dass meine Eltern und Großeltern keine Fehler hatten. Das waren perfekte Menschen, die alles richtig machten, alles über die Welt wussten und so wollte ich auch eines Tages sein. Und dann wachst du auf, und dann sind das alles Sturköpfe aus einer vergangenen Zeit, mit festgefahrenen Meinungen und schwierigen Eigenheiten. Das ändert an der Liebe nichts, aber die Erkenntnis kommt schleichend und das frühere Bild löst sich ganz langsam auf.

Liebe. Ich wusste immer, dass ich irgendwann Mitte zwanzig heiraten und Kinder kriegen, mit meinem Mann alt und schrumplig werde und wir vor unserem Ableben die Millionen verprassen, um nochmal die Welt zu sehen. Aber Liebe ist keine Disneyland Idylle, Liebe tut weh. Mal mehr, mal weniger. Heiraten ist out. Kinder kriegt man erst nach dem Doktortitel. Häuser müssen ökologisch nachhaltig gebaut sein, Weltreisen schaden der Ökobilanz. Und wer will sich denn heute noch binden? Das ist sowas von Vorgestern. Pansexualität, offene Beziehungen, psychedelische Trips, Selbstfindung und politisches Engagement, das ist wichtig. Man kann doch heute nicht mehr nur an sich denken.

Verantwortung. Wie es mir davor graust, meine Emails zu checken, den Briefkasten zu öffnen, Rechnungen zu begleichen. Wie ich immer noch jeden Anruf beim Arzt monatelang vor mir herschiebe, um letztlich doch zu der Erkenntnis zu kommen, dass Zahnärzte überbewertet sind und bei 32 Zähnen Abstriche gemacht werden dürfen.

Flucht. Vielleicht will ich das ja alles gar nicht ? Vielleicht will ich mir nur meinen Pyjama anziehen, mich zu meiner Mutter ins Bett kuscheln und alle Staffeln Sailor Moon anschauen und dabei Fruchtzwerge essen. Aber das geht ja nicht. Oder man sucht sich eine Hütte im Wald, wird zum Selbstversorger und entgeht den Anforderungen, die das Leben einem stellt.

Frieden. Vielleicht trifft man eines Tages einen alten Mann mit langem weißem Bart auf einer Parkbank, der selig die Sonnenstrahlen mit seinen Pausbacken aufsaugt, Pfeife raucht und einem sagt : „Alles wird gut“.

46 Dinge, die nur Kanacken verstehen

  1. Wenn dir langweilig ist, zwickst und ärgerst du deine kleinen Geschwister und kackst dir sofort in die Hose, wenn sie nach „Mama/ Baba“ schreien.
  1. Kaffee ist für dich Grundnahrungsmittel. Begriffe wie „Morgenkaffee“ oder „Kaffeekränzchen“ sind dir fremd. Es ist immer Kaffeezeit.

3. Deine Eltern geben entweder bei allen Verwandten und Freunden mit dir an, oder sie heulen sich aus, weil du ihnen Schande bereitest.

4. Dein Vater schleimt sich bei allen deutschen Nachbarn ein, nur um danach die Tür zuzumachen und „Arschlok“ zu sagen.

5. Dein Vater beantwortet auch ganz normale Fragen mit : „Ich geb dir gleich….“

6. Das Wort „Paputsche“ ist international und ruft auf dem ganzen Balkan dasselbe Gefühl hervor. Blanke Angst. Deutsche hingegen lieben ihre Hausschuhe. Sie tragen sie bei der Gartenarbeit, im Bett, beim Duschen, einfach überall. Man könnte sich ja erkälten, was mich direkt zum nächsten Punkt führt.

7. Du kennst keine Krankheiten und keine Kälte. Dir ist immer zu heiß und du läufst überall barfuß herum. Oder aber in den Paputsche deiner Oma, wenn sie dich nicht gerade damit verprügelt.

8. Du kennst das Wort „maymun“ und weißt auch, warum das zu Hause dein Spitzname ist.

9. Dein zweiter Spitzname ist „dayak“.

10. Du kennst den Film „Hochzeit auf Griechisch“ auswendig, genau wie deine Eltern und Geschwister.

11. Du hast im Winter deine Pyjamas und „çorapas“ unter deinen teuren Markensachen an.

12. Joghurt gibt’s für dich nur mit „kajmak“.

13. Du sagst „hajde“ zu deinen deutschen Freunden, wenn sie zu lahmarschig sind.

14. Dein dritter Spitzname ist „budalla“.

15. Wahrscheinlich rauchst du.

16. Du hast mindestens einmal in deinem Leben in einem versifften Provinz-Plumpsklo einen abgeseilt.

17. Ohne „Vegeta“ kochst und backst du nicht.

18. Ein Mahl ohne Fleisch oder Brot ist für dich kein Essen.

19. Du liebst das bakllava deiner Oma, obwohl du nach einem Stück den übelsten Maulbapp kriegst und erstmal einen Liter Wasser exen musst.

20. Du musst bei dem Wort „malaka“ lachen, obwohl du kein Grieche bist.

21. Du denkst, dass alle Serben potenzielle Kindesentführer sind, außer du bist selbst Serbe. Dann sind alle Albaner potenzielle Organhändler.

22. Du würdest für „burek“ mit Fleisch morden. Burek mit Käse hingegen ist ein enttäuschendes Mahl und einen feuchten Furz wert.

23. Die besten Cevapcici gibt es NUR in deiner Heimatstadt.

24. Du bist nicht wirklich religiös und Politik interessiert dich nicht.

25. Du liebst deutsche Autos und würdest niemals einen Fuß in eine koreanische Schrottkarre setzen.

26. Du hast einen Arzt oder Ingenieur in der Familie. Alle anderen arbeiten auf der Baustelle, haben einen Kosmetiksalon oder ein italienisches/griechisches Restaurant.

27. Wenn sich die Deutschen über Bürokratie beschweren, fällst du in dem Konsulat in dem du gerade deinen Pass beantragst, lachend vom Stuhl.

28. Deine Mutter besitzt 50000 Spitzendecken, die keiner ansehen oder anfassen darf.

29. Deine Eltern hassen chinesisches Essen.

30. Deine Oma/ dein Opa hat dir schon einmal fast die Backe herausgerissen, als du ein dickes, süßes, kleines Kind warst.

31. Du fährst im Jahr mindestens 100.000 Kilometer und brauchst alle zwei Jahre ein neues Auto. #Heimaturlaub

32. Du wolltest mindestens einmal am Zoll Amok laufen und einen korrupten Zollbeamten abstechen.

33. Ein richtiges Meer sieht nicht aus wie auf den Malediven. In einem richtigen Meer muss mindestens eine verkackte Babywindel schwimmen und ein Schluck Meerwasser beschert dir tagelange Scheisseritis.

34. Du liebst ODER hasst „Plazma“ Kekse. Dazwischen gibt es nichts.

35. Du nimmst dein eigenes Trinken mit in’s Restaurant.

36. Du bist ein Patriot und hast von Politik keine Ahnung. Du weißt aber, dass dein Land das älteste und wichtigste in der europäischen Geschichte ist.

37. Du verstehst nicht, warum Deutsche sich im Restaurant die Rechnung teilen. Ein echter Kanacke muss sich beim Streit um die Rechnung seine Ehre erkämpfen und darf erst erhobenen Hauptes von dannen ziehen, wenn er alle am Tisch eingeladen hat.

38. Wenn du Besuch bekommst, gibt’s erst einmal was zu essen. Dein Vater sitzt im Feinripp Unterhemd am Esstisch und schmatzt. Deine Mutter hat ölige Backen und Mehl im Gesicht.

39. Deine Verwandten im Heimaturlaub fragen dich genau vier Dinge :

  • Wo ist es besser : hier oder in Deutschland ?
  • Bist du Tantes oder Onkels Liebling ? (Wen magst du am liebsten)
  • Hast du Hunger ?
  • Hast du uns etwas mitgebracht ?

40. Du hast immer Bock auf Wasser – oder Honigmelone.

41. Du fährst niemals mit dem Fahrrad und gehst ganz sicher nicht wandern. Um den Müll rauszubringen fährst du mit dem Auto und lässt dabei den Motor laufen, während du mit deinen Nachbarn „çaj“ trinkst.

42. Deine Eltern hassen Haustiere und vor allem hasst deine Mutter Haare.

43. Schokolade in deiner Heimat schmeckt immer scheisse.

44. Du bist neidisch auf deutsche Kinder, weil die machen können was sie wollen.

45. Du musst deinen Eltern für ein Stück Kaugummi die Füße küssen.

46. Wenn du nicht 100 % Kanacke bist, bist du ein Freak, weil du sowieso keine 100 % deutsch bist.

Logan Paul und die Narzissmus Epidemie

Große Empörung macht sich seit Wochen in der Internetlandschaft breit. Natürlich geht es wieder einmal um die Videoplattform YouTube. Ein für seine Extrovertiertheit bekannter YouTuber mit 15 Millionen Subscribern, hat in einem seiner täglichen Vlogs (Videotagebuch) den wohl pietätlosesten content des 21. youtube-2433301_1280Jahrhunderts veröffentlicht. Logan Paul- besagtes Videogenie- besuchte im Rahmen seiner Vlog-Reisen den Aokigahara Wald in Japan, der in der dortigen Bevölkerung auch der „Suizid-Wald“ genannt wird. Eine Erklärung erübrigt sich und wie es der Zufall wollte, stieß das Kamerateam direkt beim Waldeingang auf einen Verstorbenen, der sich zuvor an einem Baum erhängt hatte. Der Tote wurde herangezoomt, die blau angelaufenen Hände waren trotz Verpixelung deutlich sichtbar – im Hintergrund war ein leises „hast du das drauf ?“  zu hören, unterbrochen von dem aufgeregten Gesichtsausdruck eines Logan Paul, der sich sicher war : „Dieses Video wird in die YouTube Geschichte eingehen“.

Viele bekannte YouTuber veröffentlichten als Reaktion auf Logan Pauls Geschmacklosigkeit, selbst ein Video mit ausgewählten Inhalten des Originals, um ihrer tiefsten Betroffenheit Ausdruck zu verleihen und nebenbei noch ein paar Millionen Klicks einzuheimsen. Sogar Hollywood – die Hochburg des Narzissmus – konnte nicht umhin diese Schandtat zu kommentieren und wünschte Herrn Paul nichts geringeres als „in der Hölle zu verrotten“.

Man muss Logan Paul nicht kennen um zu verstehen, dass ein solch empathieloses Verhalten nicht allein in der Geldgier begründet liegen kann. Als ich diese Geschichte verfolgt hatte, bin ich unweigerlich auf die social media Plattformen dieses Bastards gestoßen und musste noch Tage später mehrmals aufstoßen.47C1B2E600000578-5236095-image-a-1_1515086226944 Das prototypische Gesicht eines jeden Schul-Mobbers, gepaart mit einer völlig überfordernden Überdrehtheit und endlosen Arroganz. 806 Bilder allein auf Instagram in gestellten, überarbeiteten Posen vor teuren, getunten Autos, in Privatjets und anderen lifestyle relevanten Situationen. Die „Pauls“, das sind Logan und sein nicht minder narzisstischer Bruder Jake, haben sich im Alter von 21 ein Imperium der Ignoranz geschaffen, in dem sie ihrer pathologischen Selbstliebe frönen können und dafür auch noch bezahlt werden.

Die App „Instagram“ einmal geöffnet, verwundern die Profile der zwei Youtuber aber keineswegs. Wer sich mit den Auswüchsen der narzisstischen Persönlichkeitsstörung weiter befassen will, kann hier in der Suchleiste den Buchstaben „K“ eintippen, und trifft auf ein viel einflussreicheres Imperium – Kim Kardashian und ihre Klone. Ich möchte an dieser Stelle auch gar nicht weiter ausholen, ich frage mich nur immer : Wer sind dieseKim_Kardashian_Tribeca_portrait_2009 100 Millionen Menschen, die Kim Kardashians Selbstdarstellungszwang unterstützen ? Wer sind diese Leute, die Kylie Jenners hässliche Lippenstifte kaufen ? Ich meine, man sieht sie ja überall, diese Hipster – bitches mit kackbraunen Lippen, Blowjob-Halsband und Billig-Crop-Tops aus China, unverkennbar der arrogante Blick und optional die gemachten Brüste∗. Ein weiblicher Körper muss dank der Marketingstrategie der Kardashians nicht nur einfach nur spargeldünn sein, NEIN, zu der 90-60-90 Körperform müssen sich jetzt – auf natürlichem Wege versteht sich – Doppel E Brüste, ein Riesenarsch und fette Lippen gesellen. Die meisten Jenners/Kardashians haben jahrelang kosmetische Eingriffe abgestritten, während sich verzweifelte Teenagermädchen den Finger in den Hals gesteckt und sich Schlangengift auf die Lippen geschmiert haben.

Wer sind diese Menschen, die sich „logang“ nennen (Die Logan Paul Gang), und unter jedem kritischen Kommentar zu besagtem Idiot schreiben „Halt die Fresse, Logan Paul ist der King, du bist doch nur neidisch“ ?

Die Liste lässt sich unendlich lang fortsetzen und natürlich dienen Social Media genau genommen keinem anderen Zweck, als der Selbstdarstellung.  Aber ich brauche social media um mir täglich lustige Tiervideos anzusehen und in der Unigruppe nach Klausurterminen zu fragen. Social Media den Rücken zu kehren ist für mich also keine Option, aber wie entkomme ich der dunklen, egozentrischen und kapitalistischen Seite des Internets ?

Aufklärung. Bewusstsein.

Das Verhalten dieser Menschen muss entlarvt und hinterfragt werden. Der Konsum dieser contents muss bewusster sein. Und hier sind vor allem die Eltern gefragt, wenn sie sichergehen wollen, dass sie nicht die nächste, noch empathielosere und selbstzentriertere Generation heranzüchten. Denn jeder Mensch hat narzisstische Anteile, man spricht in der Psychologie auch vom „gesunden Narzissmus“. Das Bedürfnis nach Anerkennung, gemocht- und gesehen werden. Auf social media Seiten wird der Fokus aber zu sehr auf die Anerkennung aufgrund äußerer Merkmale gerichtet und das in so hohem Maße, dass das „Ego“ eine Sucht nach „mehr“ entwickelt, immer auf der Suche nach dem nächsten Like und dafür wortwörtlich über Leichen geht.

Was müssen wir noch wissen ? Dass hinter schillernden und profilierungssüchtigen Persönlichkeiten, oft kleine, zutiefst unsichere Kinder stecken, die in ihrer Kindheit einen großen Mangel erfahren haben, sei es zu wenig Liebe, Aufmerksamkeit, oder beides.

Ich möchte hier stark zwischen dem alltagspsychologischen Begriff des „Narzissmus“ und der nach dem ICD klassifizierten „Narzisstischen Persönlichkeitsstörung unterscheiden“. Nicht jeder Selbstdarsteller ist auch ein echter Narzisst. Ich finde, unsere Gesellschaft zeigt im Kollektiv einfach narzisstische Tendenzen, die hinterfragt werden müssen. Narzissmus ist in meinen Augen dann krankhaft, wenn er andere Leute schädigt. Im Kleinen heißt das, dass narzisstische Menschen oft durch übermäßiges Kritisieren und Niedermachen anderer, ihre eigenen Minderwertigkeitskomplexe zu kompensieren versuchen.  Auch bei der Empathiefähigkeit  kann man finde ich klar unterscheiden, wer sich in andere hineinversetzen kann und wer nicht.

Im Großen heißt das alles aber noch viel mehr :

Dass wir Kardashians nicht unterstützen, damit Frauen auf der ganzen Welt nicht jeden Tag denken müssen, dass sie so wie sie sind, nicht in Ordnung sind. Dass wir Videos, auf denen Selbstmorde anderer Menschen zum Selbstzweck missbraucht werden, gar nicht erst anklicken, damit wir Empathielosigkeit nicht salonfähig machen. Dass wir keine Billigwaren kaufen, deren Produktion dank narzisstischer Ausbeutung durch Industrienationen möglich gemacht wird. Dass wir tierversuchsfreie Kosmetik kaufen, weil unsere Eitelkeit keine Leben kosten darf. Dass wir Mobber ausgrenzen, weil wir ein statement für Toleranz setzen möchten. Dass wir nicht mehr massenhaft Müll produzieren, weil uns unsere Bequemlichkeit wichtiger ist, als die Nachhaltigkeit unserer Welt. Dass wir uns selbst nicht wichtiger nehmen dürfen, als wir sind – denn was sind wir denn schon, in der Unendlichkeit des Universums…..

 

 

 

 

 

 

 

 

∗mir ist die intolerante Ausdrucksweise an dieser Stelle bewusst